Mittwoch, 3. September 2025

Badetag

Überraschender Titel! Und es ist ja nicht so, dass wir heute tatsächlich gemütlich in wohlig warmem Wasser gebadet hätten. Aber immerhin war jeder von uns heute zumindest einmal im Meer. Ein Mindestmaß an Reinigung tut natürlich gut. 2 Solarwasserbeutel helfen beim Duschen sehr fein. 
Über Nacht hat der Wind auf West gedreht und mit ihm ist der Anker auch ein Stück im Schlick gewandert. So beunruhigend, so harmlos,  weil ja genug Platz in der Bucht ist. Das dürfte in der Hauptsaison anders sein, da liegt angeblich Boot an Boot. 
Um etwa 10 Uhr heisst es Anker lichten. Gestern habe ich mich vorgedrängt, um den Anker zu werfen. Konsequenter Weise wollte ich ihn heute auch wieder hochziehen. Dabei lernte ich die elektrische Ankerwinsch aller Boote, die wir jemals gefahren sind, so richtig schätzen. Denn unserer "Bare Necessity", obgleich in allen Belangen überkomplett und perfekt ausgestattet und ausgezeichnet in Schuss fehlt eine einzige Kleinigkeit: eine elektrische Ankerwinsch. Na kein Problem, denkt sich der Binnenländer, und beginnt das Eisen manuell hochzuziehen. Die ersten Meter machen noch Spass aber die Kette hört einfach nicht auf! Und als Draufgabe bleibt der klebrige Schlick vom Meeresgrund einfach drauf picken. Am Ende des Manövers bleibe ich besudelt und erschöpft vor dem Ankerkasten liegen. Und darf nun auch noch dss Vorschiff putzen. Alter Schwede! Aber ja, man muss alles mal erlebt haben. An dieser Stelle ist es  wieder mal an Zeit dem Eigner Dank auszusprechen! Ja es ist spassohne ein cooler Törn!!!
Nach kräftigem Manöverschluck fahren wir nur einmal um Kurve in das Dorf Harstena, legen dort an und besichtigen dieses wirklich pittoreske Örtchen.
Leider ist zwar saisonbedingt schon alles, also wirtshaus, bäckerei, käseladen, also alles bis aufs WC (ist zweifellos das wichtigste davon) geschlossen. Völlig egal, der Spaziergang ist sehr schön, und die Sonne kommt immer mehr heraus. Ich komme mir hier vor wie in einem Roman von Henning Mankell.
Als wir auf die erste einheimische Person in dem ausgestorbenen Dorf treffen,  ein grosse blonde Insulanerin, die in knappem Outfit und Gummistiefeln Rasen mäht, bin ich endgültig überzeugt, dass ich mich mitten in einem Roman von Henning Mankell befinde. Wir geniessen die schöne Umgebung und die wärmenden Sonnenstrahlen, und beschliessen den Tag hier zu verbringen. Nach dem gestrigen heldenhaften Schlag von Norden im Ausmaß von 56Meilen hierher halten wir das für völlig gerechtfertigt. 
Die Zeit wird überdies auch für Instandhaltungsarbeiten genützt. Beispiel:  Das Leck am Dinghi kleben. 
Und der Anker wird samt seiner 50m Kette nochmal aus- und eingepackt, ratet mal wer da wieder fest mit anpackt...
Zweck der Arbeit ist alle 10m die Markierungen anzubringen, die der Kette bis dato fehlen, im Auftrag des Eigner. An dieser Stelle ist es wieder mal an der Zeit.... :-)
Der Tag neigt sich dem Ende zu. Was der Abend abgesehen vom herrlichen Gulasch noch bringen wird, werden wir -vielleicht- an dieser Stelle berichten. 

4 Kommentare:

  1. Ūberkomplett...i glaub da will sich einer einen Trip nächstes Jahr erschleich/men :))

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    1. In der Tat äußerst verdächtig. Das muss wohl der berühmte Schmäh sein.

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    2. Tja man weiß ja nie... man sollte sich immer alle Optionen offen halten :-)

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  2. ich hatte schon sorge, ihr hättet den anker ausgrissen!

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