Mittwoch, 30. September 2026

Influenza, Influencer, Hauptsache gsund

Der 3. Segeltag fängt ganz anders an als die davor, der Dokta ist rechtzeitig beim Frühsport, nachdem wir ihn am ersten Tag noch wecken mussten, der TO hat an Termin, nein wir meinen nicht dasselbe, und das einfache Crewmitglied ist überhaupt etwas neben der Spur.
Das hatte aber nichts mit der gestrigen Partie "Die Crew Mission Tiefsee" zu tun, zu der wir nach eher gelangweiltem Huansspü übergegangen sind. Die Mission wollte einfach erst auf den 7 Sitz gelingen. Ja die 3 Jahre Abstinenz sind nur an der Bordbar spurlos vorbeigegangen.
Um 11 Uhr haben sich aber alle wieder gefangen und konzentrieren sich voll und ganz auf die wichtigste Hauptsache im Leben. Das Segeln natürlich. Endlich geht es an die Costa Smeralda, die Maddalenas, die Inselgruppe die voller Grippiger (aka Influenza) steckt.

Porto Cervo ist so eine Ausgeburt an Dekadenz, wir lassen es ganz weit links liegen, bemerken aber natürlich die Laser-gesteurte Anfahrhilfe. Schließlich bedeutet ja eine Millionenyacht nicht, dass man Navigieren kann. Aber Rotgrün-Blindheit sollte man auch wieder nicht haben, sonst gesellt sich ein Kreuzerl auf der Seekarte dazu. Wobei die meisten Wracks hier wohl schon länger ruhen. 

Die Mittagsrast auf der der Insel vorgelagerten Isola Caprera hatte aber neben der obligatorischen Packerlsuppe noch so einiges zu bieten. Irgendwie umgeben die Feeling Lost, sobald sie zum Stillstand kommt unaufgefordert Menschenmassen.Gestern eine Gruppe von Kanuten und Jollenseglern, heute einzelne Wandergruppen und ein Inselschwimmbewerb mit Bootsbegleitung. Nirgends hat die alte Dame ihre Ruhe.
Die Verkehrsdichte nimmt hier deutlich zu und durch eine Regatta kreuzen, müssen wir auch noch. Naja es kann nicht immer ein Citymarathon sein den wir crashen. 

Natürlich muss man das Geld aber auch hier abschöpfen und so ist für die Einfahrt in den Nationalpark Maddalenas ein Obulus zu leisten. Modern gedacht ist es aber, denn Segelyachten bezahlen nur die Hälfte! Gefällt uns natürlich. Darf ich gar nicht erwähnen dass, während ich diese Zeilen schreibe unser Diesel rennt um die Batterien nachzuladen. Da es heute ja ziemlich bewölkt war hat die schiffseigene Photovoltaik nicht ausgereicht. Das ewige Dilemma aus Wind und damit wenig Motorfahrt aber wenig Sonne. Und Bier warm werden lassen ist Quälerei!
Die Feeling Lost verfügte zwar über einen Wellengenerator, aber da ist uns Fahrt dann doch lieber. In einige Buchten erhaschen wir Blicke auf enggedrängte Sonnenanbeter, wenn die wüssten, dass nur 50 Meilen südlich sich einsame kilometerlange Strände erstrecken. Wir werden es ihnen nicht verraten. 
Nach Bernis berühmten Curry gab's noch eine Partie Crew, dabei zeigte sich, wer eine Mission hat, hat no laung kaan Auftrag!
Guade Nocht


2 Kommentare:

  1. beim titel hatte ich schon die befürchtung die influenza hätte euch erwischt, ... na so ein glück

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